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KdS - 15.11.2006
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Infos über Studienbeitragsdarlehen

von Andreas HaslbeckZuletzt verändert: 19.12.2007 12:24

Hier gibt es eine aktuelle Übersicht zu den Studienbeitragsdarlehen

Wo und wie beantrage ich das Bayerische Studienbeitragsdarlehen? (von der Homepage des Wissenschaftsministeriums)

Das Bayerische Studienbeitragsdarlehen kann ab 15. Dezember 2006 auf der Internetplattform der KfW beantragt werden. Über die Internetplattform erfolgt auch der weitere Kontakt mit der KfW, z.B. wenn Sie das Darlehen nicht mehr erhalten wollen. Bitte tragen Sie dort die benötigten Daten vollständig und sorgfältig ein. Anschließend drucken Sie das ausgefüllte Antragsformular aus und geben es im Rahmen Ihrer Einschreibung bzw. Rückmeldung bei bei Frau Marlene Schneider, Arbeitsbereich 3 - Studienberatung, Stipendien, Gymnasienprogramm, Tel: 089 289-22252, Mail schneiderm at zv.tum.de ab. Dabei benötigen Sie zusätzlich folgende Unterlagen:

  • Personalausweis oder Reisepass (zum Reisepass benötigen Sie zusätzlich eine aktuelle Meldebescheinigung)
  • eine von Ihnen unterschriebene eine eidesstattliche Versicherung (pdf), dass Ihre Angaben im Antrag zutreffen

Unterzeichnen dürfen Sie den Antrag erst in Gegenwart eines Mitarbeiters der Hochschule, weil dieser die erforderliche Legitimationsprüfung vornimmt.

Zusätzliche Unterlagen haben Minderjährige und Antragsteller, die weder EU- noch sonstige EWR-Bürger sind, vorzulegen. Details hierzu finden Sie ab 15. Dezember 2006 in den Hinweisen zur Antragstellung im Kreditportal der KfW Förderbank.

 

Weitere Informationen direkt auf der Seite: http://www.stmwfk.bayern.de/hs_studienbeitraege_darlehen_faq.html

Folgende Bedingungen gelten laut Pressemitteilung des Kabinettes:

- Beim Abschluss des Studienbeitragsdarlehens fallen keine Gebühren an.

- Das Darlehen kann bis zum 40. Lebensjahr ausgezahlt werden und wird in der Regel für bis zu zehn Semester gewährt. Bei einer positiven Prognose, dass das Studium innerhalb von weiteren vier Semestern erfolgreich abgeschlossen wird, kann die Auszahlungsdauer um diesen Zeitraum verlängert werden. Bei der Semesterberechnung werden Semester, die vor dem Sommersemester 2007 absolviert wurden, nicht angerechnet (Übergangsregelung).

- Während des Studiums werden die Studierenden nicht durch Zinszahlungen belastet. Die Zinsen sind erst bei der Rückzahlung des Darlehens nach Beendigung des Studiums sowie einer anschließenden Karenzphase von bis zu zwei Jahren fällig.

- Die Rückzahlung des Darlehens kann auf bis zu 25 Jahre gestreckt werden. Ebenso ist eine vorzeitige Tilgung ohne Zusatzkosten möglich. Die monatlichen Raten kann der Darlehensnehmer individuell vereinbaren. Die monatliche Mindestrate beträgt 20 Euro.

- Zurückgezahlt werden muss erst, wenn ein Mindesteinkommen erzielt wird. Für unverheiratete Absolventen beträgt es derzeit 1060 Euro pro Monat. Der Betrag erhöht sich für Ehegatten und Kinder. Wer diese Einkommensgrenzen nicht erreicht, dem wird die Verbindlichkeit gestundet, das heißt er muss erst und nur dann zurückzahlen, wenn er die Einkommensgrenze überschreitet. Während der Stundung steigen die Verbindlichkeiten nicht weiter, da in dieser Zeit
für die Darlehensnehmer keine Zinsen anfallen.

- Die Gesamtbelastung aus BAföG, das derzeit bis maximal 10.000 Euro zurückgezahlt werden muss, und dem Bayerischen Studienbeitragsdarlehen ist - ausgehend von der geltenden BAföG-Grenze - auf zusammen 15.000 Euro gedeckelt. Die Summe, die darüber hinausgeht, wird erlassen.

Ausführliche Informationen sowie Fragen und Antworten zum Bayerischen Studienbeitragsdarlehen sind ab sofort im Internet unter der Adresse www.stmwfk.bayern.de/studienbeitraege.html#2 abrufbar.

 

Es folgt ein Kommentar zu Studienbeitragsdarlehen und Studienkrediten:

 

Studieren auf Pump?

 

Mit der Einführung der Studiengbeiträge kommen auch neue Möglichkeiten der Studienfinanzierung.

Bereits heute arbeiten zwei Drittel der Studierenden um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Die zum Sommersemester 2007 eingeführten Studienbeiträge lassen den Ruf nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten laut werden. Kreditgeber haben vorgelegt, der Staat zieht mit den Studienbeitragsdarlehn nach. Doch was taugen die Angebote?

 

Die geplante Einführung von allgemeinen Studienbeiträgen hatte schon Anfang 2005 zu einer Diskussion um die zukünftige Finanzierung unseres Studiums geführt. Bereits zum Wintersemester 2005/06 plante die KfW-Bank einen Studienkredit mit bis zu 650 Euro Auszahlung pro Monat. Annette Schavan, heute Bildungsministerin, sprach damals davon, dass das BAföG ein Auslaufmodell und Kredite die langfristige Alternative sein. Auf Grund der kurzfristigen Bundestagswahl wurde diese Debatte jedoch abgebrochen und das Angebot der KfW um ein Jahr zurückgestellt. Die SPD drängte darauf die Beibehaltung des BAföG in den Koalitionsvertrag aufzunehmen.

Das BAföG wurde Anfang der 70er eingeführt um allen Zugangsberechtigten ein Studium zu ermöglichen. Gerade Kindern aus ärmeren Familien wurde dadurch die Entscheidung für ein Studium erleichtert. Damals wurde noch fast die Hälfte aller Studierenden gefördert, heute sind es kaum mehr als ein Viertel. Laut Deutschem Studentenwerk sind heute zwei Drittel aller Studierenden erwerbstätig. Dies ist bei Lebenshaltungskosten von mindestens 600 Euro auch nicht verwunderlich. Studienbeiträgen und Freizeitaktivitäten nicht mit eingerechnet. Durchschnittlich wird man also auf auf bis zu 900 Euro pro Monat kommen. Das ist eine Menge Geld.

Gerade die zusätzlichen 500 Euro Studienbeiträge werden laut Deutschem Studentenwerk Vizepräsident Hans Lile eine „erhebliche Belastung“ für die 27 Prozent der Studierenden, die monatlich unter 600 Euro zur Verfügung haben.

Daher bieten die Länder mit der Einführung der Studiengebühren entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten an. In Bayern kann ab dem 15. Dezember ein Antrag auf ein Studienbeitragsdarlehn gestellt werden. Mit der Rückzahlung muss erst zwei Jahre nach Ende des Studiums begonnen werden. Jedoch fallen ab der ersten Zahlung Zinsen an. Der Zinssatz wird vsl. bei 5,95 % liegen, kann jedoch auch steigen. Was nach dem Studium bleibt ist ein Berg von Schulden. Dieser wird nur bei BAföG Empfängern auf ca. 5.000 Euro (15.000 Euro incl. BAföG-Rückzahlung) begrenzt. Dies kann unter Umständen jedoch besser sein, als zu viele Nebenjobs und ein nicht abgeschlossenes Studium.

Neben dem Studienbeitragsdarlehn und diversen privaten Angeboten gibt es seit diesem Jahr auch die Möglichkeit einen Studienkredit bei der KfW-Bank aufzunehmen. Bei diesem werden bis zu 650 Euro monatlich direkt an den Kreditnehmer ausgezahlt. Die Zinsen liegen ebenfalls bei 5,95 %, können aber auf bis zu 8,3 % klettern. Die Rückzahlung kann auf bis zu 25 Jahre gestreckt werden. Experten warnen jedoch davor, dass Studierende mit derartigen Krediten in eine Schuldenfalle tappen können. Lässt man sich 11 Semester lang jeden Monat 500 Euro auszahlen, also insgesamt 33.000 Euro und zahlt dies 1,5 Jahre nach dem Abschluss über 10 Jahre zurück, so liegt die monatliche Belastung bei ca. 370 Euro. Man zahlt allein fast 20.000 Euro Zinsen. Verdient man wenig und muss über 25 Jahre abstottern, so sind die Zinsen höher als der Darlehnsbetrag. Es ist also Vorsicht geboten. Derartige Kredite sollten wenn überhaupt nur in Notfällen, z.B. im Abschlusssemester, genutzt werden. Auf keinen Fall ist dies eine Alternative zu einer Sozialleistung wie dem BAföG.

Allen Studierenden sei geraten, die mögliche Verschuldung nach dem Studium so gering wie möglich zu halten. Vor einem Kredit sollten erst alle Alternativen wie Eltern oder BAföG durch gerechnet werden. Nur in Ausnahmefällen sollte ein Kredit genutzt werden. Wer BAföG bezieht sollte sich das Studienbeitragsdarlehn näher ansehen, da dies auf Grund der Rückzahlungsobergrenze interessant sein könnte, vor allem, da die Studienbeiträge langfristig steigen könnten.

Da das Thema leider sehr komplex ist und ich daher nur einen kleinen Bereich anreißen konnte, wird darauf  hingeweisen, dass ihr unter den angegebenen Links sehr viele und ausführliche Informationen geboten bekommt.

gb

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