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Wintersemester 2006/2007

von Ringvorlesung UmweltZuletzt verändert: 07.03.2008 20:37
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Flyer für die Vorlesungen im Wintersemester 2006/2007:

Derzeit nicht verfügbar









08.11.2006
Die Grenzen des Nutzens - Wirtschaften am Optimum. Eine neue Herangehensweise an ökonomische und ökologische Grundfragen

Wolf Drechsel
Gesellschaft für fahrgastorientierte Verkehrsplanung b.R., Nürnberg

Mehr ist besser - und "viel hilft viel". Oder etwa nicht? Zuviel eines Arzneimittels eingenommen, vergiftet den Patienten. Ein Motor, der zu hoch dreht, zerstört sich selbst. Und die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Fast überall existieren Optima: Zu wenig ist schlecht - zu viel aber auch. In der volkswirtschaftlichen Theorie aber gilt: "Je mehr - desto besser". Mehr Konsum, mehr Produktivität, mehr Handel, mehr Bruttosozialprodukt gelten als Schlüssel zu einem besseren Leben. Lässt sich ein ökonomisches Konzept formulieren, das ein Optimum für alle Kennziffern des Wirtschaftens zur Grundlage hat? - "Optimieren statt Maximieren" ist in fast allen Lebensbereichen die gängige Vorgehensweise. Die Ökonomie glaubt, sie ignorieren zu können. Und: Wie lässt sich der menschliche Egoismus mit dieser Idee in Einklang bringen? - Denn Verzichtsideologien funktionieren nicht, soviel ist sicher.


Haben Sie den Vortrag angehört und wollen weiter darüber diskutieren? Hier geht's zur google-Gruppe:
http://groups.google.de/group/diegrenzendesnutzens

15.11.2006Ausstieg aus dem Ausstieg? - Warum längere Laufzeiten von Atomkraftwerken das Klima nicht retten, den Strom nicht preiswerter machen und die Energiewende erschweren

Dr. Gerd Rosenkranz
Leiter Politik der Deutschen Umwelthilfe e.V., Berlin

Derzeit droht in Deutschland in Vergessenheit zu geraten, dass es sich bei der Kerntechnik um eine Hochrisikotechnologie handelt. Der Weckruf aus dem schwedischen Forsmark hat in Erinnerung gerufen, dass nach dem Willen der Atomkraftbetreiber ausgerechnet die ältesten und unsichersten Reaktoren – entgegen eindeutiger Vereinbarungen im Atomkonsens – länger betrieben werden sollen.
Die Argumente für Laufzeitverlängerungen waren schon vorher falsch: Für den Klimaschutz bringen sie wenig, der Strompreis wird nicht sinken, weil er allein durch das jeweils teuerste, zur Stromversorgung noch benötigte Kraftwerk bestimmt ist, den Ausbau der Erneuerbaren Energien behindern die Meiler ebenso, wie den für mehr Wettbewerb dringlich benötigten Zugang neuer Player zum Markt. Eines allerdings würde sicher geschehen, wenn sich die dominierenden Stromkonzerne und ihre Lautsprecher in der Politik durchsetzen: Die reichsten deutschen Unternehmen würden noch reicher.



Zum Thema sind verschiedene Publikationen erschienen:
Buch "Mythos Atomkraft. Ein Wegweiser" (mit einem Vorwort von Herr Rosenkranz), kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung bezogen bzw. heruntergeladen werden
Sonderheft der Münchner Stadtgespräche "20 Jahre Tschernobyl" (mit einem Artikel von Herrn Rosenkranz)
Dossier "Mythos Atomkraft - Über die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken" und Themenpapier "Nuclear Energy and Climate Change" von Felix Chr. Matthes
für die Heinrich-Böll-Stiftung (können dort als pdf-Dokument heruntergeladen werden)

29.11.2006
Konfliktstoff Wasser

Dr.-Ing. Martin Grambow
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Abteilung Wasserwirtschaft, München

Bevölkerungszuwachs, zunehmende Industrialisierung und Klima-wandel sind Stressfaktoren für den Wassersektor. Die Indikatoren der weltweiten Wasserwirtschaft geben Anlass zu großer Sorge: Wasser wird zunehmend zum limitierenden Faktor und auch zum Konfliktstoff. Die UN sieht den Wassersektor unter den wichtigsten Belangen in der weltweiten Agenda. Der Vortrag gibt eine Einschätzung der Gefahrenlage und skizziert mögliche Reaktionsstrategien, insbesondere welcher Beitrag von Forschung und Lehre in Deutschland denkbar ist.


Der Vortrag zum Herunterladen (pdf-Format, 7,1 MB)

17.01.2006Die Zukunft des Car-Sharing

Georg Wilke
Sozialwissenschaftler, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Programmleiter Mobilität in der Forschungsgruppe "Zukunftige Energie- und Mobilitätsstrukturen", Wuppertal

Vorgestellt werden Ergebnisse aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten mehrjährigen Forschungsprojekt „Zukunft des Car-Sharing in Deutschland“, in dem die Perspektiven
des deutschen Car-Sharing bis 2020 untersucht wurden. Nach dem Start in der Öko-Nische als zivilgesellschaftliches Selbsthilfeprojekt haben sich die meisten großen Betreiber Mitte der 1990er Jahre unternehmerisch orientiert, ohne jedoch bislang auf dem Verkehrsmarkt den Durchbruch erzielen zu können. Aus ökologischer Sicht stellt sich die Frage, inwieweit sich durch den angestrebten Systemwandel die ökologischen Effekte des Car-Sharing verändern. Auf der Grundlage von deutschlandweiten empirischen Erhebungen wurden in dem Vorhaben die Bedingungen und die verkehrsökologischen Folgen einer breiten Diffusion von Car-Sharing analysiert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für eine verkehrs- und umweltpolitische Bewertung.

24.01.2007Globalisierung und die Handlungsfähigkeit des Nationalstaats in der Umweltpolitik

Prof. Dr. Edgar Grande
Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft, Geschwister-Scholl-Institut der LMU München

Neben den Arbeitslosen gilt die Umwelt in der öffentlichen Debatte als das zweite große Opfer der Globalisierung. Im Zeitalter weltweit mobilen Kapitals erscheint Umweltschutz vielen als ein Luxus, den man sich nicht mehr leisten kann. Anspruchsvolle staatliche Regulierungen, so die gängige Argumentation, würden potentielle Investoren abschrecken und seien dafür verantwortlich, dass die Unternehmen in andere Regionen der Welt abwanderten. Der Vortrag wird anhand der Ergebnisse eines empirischen Forschungsprojekts zeigen, dass an diesem Bild vieles nicht stimmt. Die nationale Umweltpolitik ist nicht auf dem Rückzug, aber die Bedingungen für ihren Erfolg haben sich geändert und gleichzeitig hat die Bedeutung neuer transnationaler Politikregime in diesem Bereich zugenommen. Vor diesem Hintergrund kommt dem Zusammenspiel nationaler und transnationaler Akteure eine entscheidende Bedeutung für eine erfolgreiche Umweltpolitik zu – sowohl auf nationaler Ebene wie auch jenseits des Nationalstaats.

31.01.2007
Solarthermische Kraftwerke - Wie die Sonne ins Kraftwerk kommt

Prof. Dr.-Ing. Robert Pitz-Paal
Leiter Solarforschung, Institut für Technische Thermodynamik, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Köln

Solarthermische Kraftwerke gelten als geeignete Großtechnologie, um im Sonnengürtel der Erde günstigen Solarstrom zu erzeugen. Im Vortrag wird zunächst auf den Unterschied zur Fotovoltaik eingegangen und das Potential und die aufkommenden Märkte in Europa erläutert, um dann die Rolle der deutschen Industrie und Forschung in diesem Markt vorzustellen. Im Anschluss werden die zur Kostensenkung unternommenen Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwickung vorgestellt und die auf dem Weg zur Standardisierung und Qualitätssicherung notwendigen Schritte erläutert.

Weitere Infos zum Thema:
www.dlr.de/tt/med-csp
www.dlr.de/tt/trans-csp

07.02.2007
Der Global Marshall Plan: Ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel für eine weltweite nachhaltige Entwicklung

Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher
Gründungsmitglied der Initiative Global Marshall Plan, Lehrstuhl für Datenbanken und Künstliche Intelligenz, Universität Ulm und Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissenschaftsverarbeitung/n Ulm

Die Welt befindet sich im Prozess einer entfesselten Globalisierung auf dem falschen Kurs. Zunehmende weltweite Umweltprobleme, Kampf zwischen Kulturen, eine sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich, Betrugsdelikte an den Weltfinanzmärkten, Austrocknen der Sozialsysteme in Deutschland, das alles sind Entwicklungen, die langfristig in eine Katastrophe münden können. Der Vortrag analysiert die Historie dieser Entwicklung, vor allem die Durchsetzung einer fehlgeleiteten Megaphilosophie der zunehmenden Deregulierung und des Rückbaus staatlicher Ordnungsstrukturen in der Folge der Überwindung der Planwirtschaften in der Sowjetunion und Osteuropa.


Geschichte der Global Marshall Plan Initiative:
Verteter/-innen aus Wissenschaft, Politik, Medien, Kultur, wirtschaft und NGOs tat sich 2003 zusammen, um einen Beitrag gegen die immer bedrohlicher werdende Schieflage in der Entwicklung der Menschheit zu leisten. Dies soll - in Anlehnung an den Marshallplan vor sechzig Jahren und an Al Gores Wortschöpfung aus den 1990er-Jahren - durch den "Global Marshall Plan für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft" geschehen, der durch die Verknüpfung von (Co-)Finanzierung mit der Einführung ökologischer und sozialer Standards eine Win-Win-Situation für "Süd" und "Nord" ermöglicht. Mittlerweile wuchs die Initiative zu einem Netzwerk von über hundert Organisationen sowie zahlreichen Bundesländern und Gemeinden. Die Initiative ist unabhängig, überparteilich, interkulturell und interkonfessionell.


Info-Links:
Homepage der Global Marshall Plan Initiative www.globalmarshallplan.org



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